Automatische Schichtplanung klingt für viele Planerinnen und Planer nach einer Blackbox: Man drückt einen Knopf, und ein Algorithmus entscheidet über Dienste, Wochenenden und Freizeit. Tatsächlich steckt dahinter keine Zauberei — und auch keine KI, die Pläne schätzt —, sondern ein gut verstandenes Stück Mathematik: die Constraint-Optimierung.
Dieser Beitrag zeigt, was ein Solver wirklich tut, warum das Arbeitszeitgesetz dabei keine Hürde, sondern ein Bauplan ist, und welche Rolle Mitarbeiterwünsche in der Rechnung spielen.

Ein Dienstplan ist ein Rechenproblem
Ein Monatsplan für eine Abteilung ist im Kern eine riesige Auswahlaufgabe: Welche Person übernimmt an welchem Tag welche Schicht? Schon bei wenigen Mitarbeitenden und drei Schichtarten gibt es mehr mögliche Kombinationen, als ein Mensch jemals durchprobieren könnte. Genau dafür wurden mathematische Optimierungs-Solver entwickelt: Sie durchsuchen diesen Lösungsraum systematisch und verwerfen alles, was gegen Regeln verstößt — Millionen von Varianten, ohne eine einzige zu übersehen.
Der entscheidende Unterschied zur Planung von Hand ist dabei nicht die Geschwindigkeit allein. Ein Solver vergisst nichts: keine Ruhezeit, keine Qualifikationsanforderung, kein zugesagtes freies Wochenende.
Regeln statt Bauchgefühl
Damit das funktioniert, wird das Wissen der Planung in explizite Regeln übersetzt. Ein Teil davon ist gesetzlich vorgegeben:
- mindestens elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Diensten (§ 5 ArbZG),
- Höchstarbeitszeiten und Ausgleichszeiträume (§ 3 ArbZG),
- Ersatzruhetage für Sonn- und Feiertagsarbeit (§ 11 ArbZG).
Dazu kommen die betrieblichen Regeln: Besetzungsstärken je Schicht, erforderliche Qualifikationen, Schichtfolgen, die vermieden werden sollen. In vigotime sind diese Regeln keine festverdrahteten Software-Konstanten, sondern konfigurierbar: Harte Regeln darf der Solver nie verletzen, weiche Regeln gewichtet er gegeneinander ab. Ein Planvorschlag, der gegen eine harte Regel verstößt, kommt gar nicht erst zustande.
Ein Solver ist nichts anderes als ein unbestechlicher Kollege, der jede vereinbarte Regel kennt und niemals müde wird.
Wünsche sind Teil der Rechnung, nicht ihr Feind
Der häufigste Einwand gegen automatische Planung lautet: „Ein Algorithmus kennt meine Leute nicht.“ Das stimmt — deshalb fließt das, was die Menschen brauchen, als Eingabe ein, die sie selbst pflegen: ihre Wünsche. In vigotime geben Mitarbeitende Wunsch- und Sperrtermine über ein Punktesystem ab. Punkte machen Fairness messbar: Wer für einen wichtigen Termin einen hoch gewichteten Wunsch einlöst, tritt an anderer Stelle kürzer. Der Solver behandelt erfüllte Wünsche als Ziel, das er neben Besetzung und Arbeitszeitrecht bestmöglich erreicht.
So entsteht keine Durchschnittslösung, sondern ein Plan, der nachvollziehbar so viele Wünsche erfüllt, wie es Besetzung und Gesetz zulassen — und Verzicht wird nicht vergessen, sondern in Punkten gutgeschrieben.
Kein Hexenwerk — aber Handwerk
Automatische Schichtplanung ist damit vor allem eines: Übersetzungsarbeit. Betriebe, die ihre Regeln einmal sauber aufschreiben, bekommen Pläne, die in Minuten statt Tagen entstehen, der Prüfung gegen das Arbeitszeitgesetz standhalten und Wünsche fair verteilen. Und wenn eine Krankmeldung den fertigen Plan trifft, rechnet der Solver die Vertretung auf derselben Grundlage neu, statt die Lücke an das schwächste Glied zu vergeben.
Wie das konkret aussieht, zeigt die Seite zur automatischen Schichtplanung — oder direkt eine Demo mit den eigenen Regeln.