Kurz gesagt: Nettoarbeitszeit ist die Zeit, die eine Kraft tatsächlich für den Dienstplan zur Verfügung steht: die vertragliche Bruttoarbeitszeit minus alle Ausfallzeiten — Urlaub, Krankheit, Fortbildung und gesetzliche Feiertage. Ihre Regelbesetzung leiten Sie immer aus der Nettoarbeitszeit ab, nie aus den Bruttostunden. Wer Brutto verplant, häuft systematisch Überstunden- und Urlaubsberge an.
Brutto vs. Netto — der Unterschied, der den Dienstplan trägt
Bruttoarbeitszeit ist die vertragliche Arbeitszeit (z. B. 40 h/Woche, über das Jahr rund 2.080 Stunden). Nettoarbeitszeit ist die real verplanbare Zeit — die Bruttozeit minus aller Zeiten, in denen die Kraft dem Dienstplan nicht zur Verfügung steht.
Wie beim Gehalt: Niemand verplant sein Bruttogehalt für die Miete. Beim Dienstplan machen viele genau diesen Fehler — und die „Abgaben" (Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Feiertage) holt sich die Realität trotzdem.
Welche Ausfallzeiten Sie herausrechnen müssen
- Urlaub — der gesetzliche und tarifliche Anspruch je Kraft.
- Krankheit — im Pflegebereich liegt der Krankenstand deutlich über dem Schnitt.
- Fortbildung und Pflichtschulungen.
- Gesetzliche Feiertage, die auf einen Arbeitstag fallen (bundeslandabhängig).
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoarbeitszeit?
Bruttoarbeitszeit ist die vertragliche Arbeitszeit (z. B. 40 h/Woche, ca. 2.080 h/Jahr). Nettoarbeitszeit ist die davon real verplanbare Zeit — nach Abzug von Urlaub, Krankheit, Fortbildung und Feiertagen. Für den Dienstplan zählt die Netto-Zeit; die Brutto-Zeit steht nur auf dem Vertrag.
Welche Ausfallzeiten muss ich einplanen?
Die vier großen Blöcke: Urlaub, Krankheit, Fortbildung/Pflichtschulungen und gesetzliche Feiertage (die auf Arbeitstage fallen). Jeder reduziert die verplanbare Zeit und lässt sich nicht „wegplanen".
Was ist die Regelbesetzung und wie leite ich sie ab?
Die Regelbesetzung ist die pro Schicht/Wochentag benötigte Soll-Besetzung. Sie leiten sie aus dem Netto-Stundenbudget ab: verfügbare Stunden → Verteilung auf Früh/Spät/Nacht → Soll-Ist-Abgleich. Nie aus Bruttostunden.
Warum führt Brutto-Planung zu Überstunden?
Weil Brutto Stunden einplant, die durch Urlaub, Krankheit etc. real nicht zur Verfügung stehen. Die Lücke schließt sich später über Mehrarbeit und verkürzte Ruhezeiten — die „unsichtbaren Schulden" werden sichtbar, sobald der erste Ausfall kommt.
Was ist ein Springerpool und wann lohnt er sich?
Ein Springer- bzw. Flex-Pool ist eine planbare Personalreserve: Kräfte sind nicht fest einem Bereich zugeordnet und springen bei Ausfall ein. Er ist ein präventives Instrument und gilt als tragfähiger als reaktives Einspringen aus dem Frei.